Kinderkleider-Börse
Zu klein gewordene Kinderkleidung fotografieren, in einer Galerie zeigen und an Familie, Freunde und Nachbarn weitergeben. Wer etwas brauchen kann, reserviert es mit einem Klick – ohne Konto, ohne Anmeldung.
Fürs Erfassen genügt das Smartphone: alles fotografieren, alle Fotos auf einmal hochladen, die Angaben in Ruhe nachtragen.
In vier Schritten
1. Einen leeren Ordner anlegen, zum Beispiel kleiderboerse.
2. Darin eine Datei namens docker-compose.yml anlegen und den Inhalt
von docker-compose.betrieb.yml hineinkopieren.
3. Zwei Werte eintragen:
ADMIN_PASSWORD: "dein-passwort"
SECRET_KEY: "..."
Den SECRET_KEY erzeugen:
docker run --rm python:3.11-slim python -c "import secrets; print(secrets.token_urlsafe(48))"
Bleibt ADMIN_PASSWORD leer, ist der Erfassungsbereich gesperrt – die
Galerie funktioniert trotzdem. Absichtlich ist kein Passwort vorgegeben:
ein mitgeliefertes stünde in dieser Anleitung und wäre damit bekannt.
4. Starten und öffnen:
docker compose up -d
Erfassen
Nach dem Anmelden gibt es zwei Wege:
Viele auf einmal – der Weg für den Erstbestand. Zuerst alles mit der Kamera-App fotografieren, dann alle Fotos zusammen hochladen. Pro Foto entsteht ein Entwurf; unter Entwürfe trägst du danach Grösse und Kategorie nach. Grösse, Kategorie, Saison und Zustand werden dabei vom zuletzt gespeicherten Teil übernommen – beim Abarbeiten einer Kiste sind das vier Felder weniger pro Stück.
Einzeln – Formular mit Foto, für spätere Nachträge.
Der Titel ist freiwillig. Bleibt er leer, steht dort automatisch Kategorie und Grösse, also zum Beispiel „Jacken 98/104". Wird die Grösse später korrigiert, ändert sich der Titel mit.
Reservieren
Besucher brauchen kein Konto. Nach dem Reservieren erscheint ein Link, mit dem sich die eigene Reservierung wieder aufheben lässt – dieser Link sollte aufbewahrt werden. Ohne ihn kann nur der Betreiber die Reservierung lösen.
Der Name der reservierenden Person erscheint nicht in der Galerie, dort steht nur „reserviert". Sichtbar ist er ausschliesslich nach der Anmeldung.
Betrieb
Aus dem Internet erreichbar machen
Die App gehört hinter einen Reverse-Proxy, der HTTPS beendet. Wichtig dabei:
X-Forwarded-ProtoundX-Forwarded-Forweiterreichen. Ohne das erkennt die App nicht, dass der Browser verschlüsselt verbunden ist, und alle Rate-Limits zählen auf die Adresse des Proxys – ein einzelner Besucher sperrte damit alle anderen aus.FORWARDED_ALLOW_IPSauf die Adresse setzen, mit der der Proxy im Container ankommt (siehe Kommentar indocker-compose.betrieb.yml). Ohne den Wert werden die Kopfzeilen ignoriert; mit"*"könnte jeder, der den Container-Port direkt erreicht, die Absender-IP erfinden und damit die Rate-Limits umgehen.- Der veröffentlichte Port (
8090) gehört hinter die Firewall: erreichbar nur für den Proxy, nicht aus dem Internet. COOKIE_HTTPS_ONLYauf"true"lassen.
Die Galerie ist frei zugänglich, wird aber per noindex und robots.txt
von Suchmaschinen ferngehalten: sonst wären Fotos und Texte noch auffindbar,
wenn die Börse längst abgeräumt ist.
Sicherung
Zwei Volumes enthalten alles, was nicht im Code steht:
| Volume | Inhalt |
|---|---|
kleiderboerse-db |
Datenbank (/data) |
kleiderboerse-bilder |
hochgeladene Fotos (/uploads) |
docker run --rm -v kleiderboerse-db:/d -v "$PWD":/sicherung alpine \
tar czf /sicherung/db.tar.gz -C /d .
docker run --rm -v kleiderboerse-bilder:/b -v "$PWD":/sicherung alpine \
tar czf /sicherung/bilder.tar.gz -C /b .
Einstellungen
Alle über Umgebungsvariablen, keine im Image:
| Variable | Standard | Bedeutung |
|---|---|---|
ADMIN_PASSWORD |
– | Passwort fürs Erfassen. Leer = gesperrt. |
ADMIN_PASSWORD_HASH |
– | Alternative: fertiger bcrypt-Hash. Hat Vorrang. |
SECRET_KEY |
– | Signiert das Sitzungs-Cookie. Ohne festen Wert nach jedem Neustart abgemeldet. |
COOKIE_HTTPS_ONLY |
true |
Sitzungs-Cookie nur über HTTPS. |
RATE_LIMIT_RESERVE |
5/hour |
Reservierungen pro IP. |
RATE_LIMIT_LOGIN |
10/hour |
Anmeldeversuche pro IP. |
SESSION_IDLE_SECONDS |
7200 |
Abmeldung nach Ruhezeit. |
MAX_UPLOAD_BYTES |
10485760 |
Grösse eines einzelnen Fotos. |
DATABASE_PATH |
/data/kleiderboerse.sqlite |
Ort der Datenbank. |
UPLOAD_PATH |
/uploads |
Ort der Fotos. |
Entwickeln
cp .env-example .env # dann ADMIN_PASSWORD darin anpassen
docker compose up -d --build
→ http://localhost:8090, API-Oberfläche unter /docs
Tests:
docker run --rm -v "$PWD":/app -w /app python:3.11-slim bash -c \
'pip install -q -r requirements-dev.txt && python -m pytest -q'
Datenbank-Migration nach einer Modelländerung:
alembic revision --autogenerate -m "Beschreibung"
Aufbau
Ein Dienst, eine SQLite-Datei. FastAPI liefert sowohl die REST-API unter
/api/v1/… als auch die Seiten aus; HTMX tauscht beim Filtern nur die Liste
aus. Tailwind wird im Docker-Build über die Standalone-Binärdatei übersetzt –
kein Node.js nötig.
app/
├── main.py Einstiegspunkt, Middleware, Sicherheits-Header
├── config.py Einstellungen aus Umgebungsvariablen
├── models.py Datenmodelle
├── crud.py Datenbankzugriffe
├── security.py Anmeldung, Sitzung, CSRF, Rate-Limits
├── images.py Upload prüfen und nach WebP wandeln
├── routers/ API- und Seiten-Routen
└── templates/ Jinja2-Vorlagen
Fremde Dateien (HTMX, Swagger, Schriften) liegen bewusst lokal im
Repository statt von einem CDN geladen zu werden: die Content-Security-Policy
erlaubt nur script-src 'self', und ein CDN-Aufruf gäbe die IP-Adresse jedes
Besuchers an einen Dritten weiter.
Veröffentlichen
Ein Versions-Tag löst den Bau des Images aus:
git tag -a v1.0.0 -m "Version 1.0.0 – ..."
git push origin v1.0.0
Die CI baut, testet das fertige Image und stellt es erst danach in die
Registry. latest wird nur bei echten Versions-Tags gesetzt. Ein Push auf
main löst nichts aus.